In einer Welt, die nach Höchstleistungen strebt, erscheint das einfache Gehen fast zu simpel, um wirksam zu sein. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Der regelmäßige Spaziergang ist eine der effektivsten und zugleich schonendsten Methoden, Ihr Herz-Kreislauf-System zu stärken.

Bei Bambus Seele empfehlen wir das Gehen als Basis für jeden, der sein Wohlbefinden verbessern möchte. Es erfordert keine teure Ausrüstung, keine Mitgliedschaft, keine besonderen Fähigkeiten. Es ist die natürlichste Bewegungsform des Menschen — und eine, die uns oft abhanden gekommen ist im Alltag zwischen Auto, Bürostuhl und Sofa.

Was passiert in Ihrem Körper, wenn Sie gehen?

Beim Gehen setzt sich eine beeindruckende Kaskade von Prozessen in Gang. Ihr Herz beginnt, etwas schneller zu schlagen — nicht hektisch wie bei intensivem Sport, sondern in einem angenehm erhöhten Rhythmus. Diese moderate Belastung ist wie ein sanftes Training für Ihren Herzmuskel.

Ihre Blutgefäße weiten sich, um die arbeitenden Muskeln mit Sauerstoff zu versorgen. Diese regelmäßige Dehnung und Entspannung hält die Gefäßwände elastisch — ein wichtiger Faktor für einen gesunden Blutdruck. Gleichzeitig wird der Stoffwechsel angeregt, überschüssiger Zucker aus dem Blut in die Muskeln transportiert.

Im Gehirn werden Endorphine freigesetzt — die sogenannten Glückshormone. Deshalb fühlen sich die meisten Menschen nach einem Spaziergang besser gelaunt und klarer im Kopf. Stresshormone wie Cortisol werden abgebaut, was wiederum positiv auf das Herz-Kreislauf-System wirkt.

Die magische Zahl: 30 Minuten

Zahlreiche Studien haben sich mit der Frage beschäftigt, wie viel Bewegung optimal ist. Die Ergebnisse sind ermutigend: Bereits 30 Minuten moderate Bewegung am Tag — und Gehen zählt definitiv dazu — können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken.

Das Beste daran: Diese 30 Minuten müssen nicht am Stück absolviert werden. Drei Spaziergänge von je zehn Minuten verteilt über den Tag sind genauso wirksam. Das macht es leichter, die Bewegung in einen vollen Terminkalender zu integrieren.

Natürlich gilt: Mehr ist besser, bis zu einem gewissen Punkt. Wer täglich eine Stunde geht, tut seinem Herzen noch mehr Gutes. Aber setzen Sie sich nicht unter Druck. 30 Minuten sind ein hervorragender Anfang, und viele Menschen steigern ihr Pensum ganz natürlich, wenn sie erst einmal die positiven Effekte spüren.

So machen Sie das Beste aus Ihrem Spaziergang

Nicht jeder Spaziergang ist gleich. Mit einigen einfachen Anpassungen können Sie den Nutzen für Ihr Herz-Kreislauf-System maximieren, ohne dass es sich wie Arbeit anfühlt.

Achten Sie auf Ihre Haltung. Gehen Sie aufrecht, die Schultern entspannt nach hinten, den Blick nach vorne gerichtet. Eine gute Haltung ermöglicht tieferes Atmen und macht das Gehen effizienter. Viele Menschen gehen im Alltag leicht gebückt — bewusstes Aufrichten kann anfangs ungewohnt sein, wird aber schnell zur zweiten Natur.

Wählen Sie ein zügiges, aber angenehmes Tempo. Sie sollten noch sprechen können, aber nicht mehr mühelos singen. Dieser Bereich der moderaten Intensität ist ideal für die Herzgesundheit. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Tempo stimmt, kann ein einfacher Fitness-Tracker helfen — aber verlassen Sie sich vor allem auf Ihr Körpergefühl.

Variieren Sie Ihre Routen. Unterschiedliche Untergründe und Steigungen fordern verschiedene Muskeln und halten das Gehen interessant. Ein Waldweg ist anspruchsvoller als ein Bürgersteig, eine leichte Steigung trainiert intensiver als ebenes Gelände. Außerdem entdecken Sie so neue Ecken Ihrer Umgebung.

Gehen bei jedem Wetter

Eine der größten Hürden für regelmäßiges Spazierengehen ist das Wetter. Dabei gibt es nur wenige Tage im Jahr, an denen ein Spaziergang wirklich unmöglich ist. Mit der richtigen Einstellung und Ausrüstung wird das Wetter zur Nebensache.

An Regentagen schützt eine gute wasserdichte Jacke. Der Spaziergang im Regen hat seinen eigenen Reiz: Die Luft riecht frisch, die Straßen sind leerer, und die Geräusche sind gedämpft. Viele Menschen entdecken eine besondere Ruhe in Regenspaziergängen.

Im Winter ist Schichtkleidung der Schlüssel. Beginnen Sie eher kühl — nach wenigen Minuten wird Ihnen warm. Reflektierende Elemente erhöhen die Sicherheit in der Dunkelheit. Und die klare Winterluft kann besonders belebend sein.

An heißen Sommertagen verlegen Sie Ihren Spaziergang in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden. Schattige Wege im Park oder Wald sind angenehmer als sonnige Straßen. Ausreichend Wasser nicht vergessen.

Den Spaziergang zur Gewohnheit machen

Der beste Spaziergang ist der, den Sie tatsächlich machen. Deshalb ist es wichtig, das Gehen zu einem festen Bestandteil Ihres Alltags zu machen — nicht als lästige Pflicht, sondern als angenehme Gewohnheit.

Verbinden Sie das Gehen mit etwas, das Sie ohnehin tun. Der Weg zum Bäcker, eine Station früher aus der Bahn aussteigen, die Mittagspause im Park statt am Schreibtisch. Diese kleinen Anpassungen summieren sich.

Finden Sie einen Spaziergang-Partner. Der Mensch ist ein soziales Wesen, und gemeinsames Gehen macht nicht nur mehr Spaß, sondern erhöht auch die Verbindlichkeit. Ob mit dem Partner, einer Freundin oder in einer Gehgruppe — soziale Unterstützung hilft, dranzubleiben.

Hören Sie Podcasts oder Hörbücher, wenn Sie alleine gehen. So verbinden Sie die Bewegung mit Unterhaltung oder Weiterbildung. Viele Menschen freuen sich regelrecht auf ihren Spaziergang, weil sie dann endlich Zeit für ihre Lieblingssendung haben.

Besondere Situationen

Wenn Sie längere Zeit inaktiv waren, starten Sie langsam. Zehn Minuten am Tag sind ein guter Anfang. Steigern Sie die Dauer über Wochen hinweg. Ihr Körper wird Ihnen zeigen, wann er bereit für mehr ist.

Bei bestehenden Herz-Kreislauf-Beschwerden sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie ein neues Bewegungsprogramm beginnen. In den meisten Fällen wird moderate Bewegung wie Gehen ausdrücklich empfohlen — aber es ist wichtig, individuelle Einschränkungen zu berücksichtigen.

Achten Sie auf Warnsignale während des Gehens: Schwindel, starke Kurzatmigkeit, Brustschmerzen oder unregelmäßiger Herzschlag sind Gründe, sofort anzuhalten und ärztlichen Rat zu suchen. Bei normalem Gehen sollten solche Symptome nicht auftreten.

Der erste Schritt

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, wann Sie anfangen sollen. Die Antwort ist einfach: heute. Nicht nächste Woche, nicht wenn das Wetter besser wird, nicht wenn Sie mehr Zeit haben. Heute.

Es muss nicht perfekt sein. Keine dreißig Minuten, keine besondere Route, keine spezielle Ausrüstung. Einfach hinausgehen und ein paar Schritte machen. Das ist der Anfang. Der Rest ergibt sich.

Ihr Herz wird es Ihnen danken — mit jedem einzelnen Schritt.

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